Allgemeines zu Taekwon Do

In den Jahren 1945 bis 1955 entwickelte Gen. Choi Hon Hi die Jahrhunderte alte koreanische Kampfkunst Taek Kyon weiter, verwarf unwirksame Techniken und verschmolz eigene mit effektiven Karatetechniken zu den heutigen modernen Taekwon Do System. Frei übersetzt bedeutet TKD "die Kunst des Fuß- und Handkampfes". TKD setzt sich aus den folgenden Wortteilen zusammen:

Tae = Springen, Stoßen, Schlagen und Abwehren mit dem Fuß
Kwon = Schlagen, Stoßen und Abwehren mit dem Hand
Do = der Weg

Ein wichtiger Aspekt ist der Einklang der sportlichen Ausbildung mit den Charaktereigenschaften, die in den Taekwon Do Grundsätzen zum Ausdruck kommen:

 

Gürtel Farben

  1. Weisser Gürtel - Weiss ist die reine Farbe, ihr Träger steht am Anfang des Weges.
  2. Gelber Gürtel - Gelb charaktarisiert den Erdboden, also der Ursprung, auf dem alles wächst.
  3. Grüner Gürtel - Grün zeigt, dass bereits Früchte entstanden sind und schon Leben aus den Grundlagen hervorgegangen ist.
  4. Blauer Gürtel - Mit der Farbe Blau wird der Himmel dargestellt. Also das Erreichen einer gewissen Grenze, was nun zu höherem beflügelt.
  5. Roter Gürtel - Rot bedeutet "Achtung" hier entsteht etwas bedeutendes, Grosses ist in Vorbereitung und im Kommen.
  6. Schwarzer Gürtel - Schwarz ist die Farbe, die alle anderen in sich vereinigt, stärker ist als alle anderen. Die Farbe die Achtung und Erfurcht einflösst.

Einordnung der TUL in den historischen Kontext

Welcher Taekwon Do Sportler hat sich nicht schon einmal gefragt, welche Bedeutung und historische Rolle die Persönlichkeiten nach denen die Tul benannt wurden in der koreanischen Geschichte gespielt haben. Sicherlich hat jeder Trainer bereits unzählige Male die Bedeutung der Tul und natürlich die praktische Ausführung derselben seinen Mitsportlern vermittelt. Aber seien wir mal ganz ehrlich, welcher Nichthistoriker unter uns kann die Tulnamen ad hoc chronologisch richtig in die jeweilige Epoche einordnen? Dieser Artikel soll für das Taekwon Do bedeutende Persönlichkeiten in ein heutiges Geschichtswissen einbinden.

Wie fing alles an?

Um die Zeit kurz vor Christi Geburt, waren im Süden des heutigen Korea die drei großen Stammesgruppen Mahan, Chinhan und Pyonhan beheimatet. Sie gründeten die Königreiche Paekche im Südwesten und Silla im Südosten der Halbinsel. Im Norden traf das Reich Koguryo 17 v. Chr. das Erbe des nach den Mythen 2333 v. Chr. vom heiligen Dan-Gun gegründeten riesigen Chosonstaates an (2. Tul im TKD: DAN-GUN TUL). Die Vergrößerung des Koguryoreiches nach Norden bis in die Gebiete der Mandschurei, gelang Gwang-Gae-To Wang, dem 19. König der Koguryodynastie (10. Tul im TKD: GWANG-GAE TUL). Berühmte Generäle dieser Dynastie waren Yon Gae Somun (19. Tul IM TKD: YON-GAE TUL) und Ul-Ji Mun Duk (20. Tul im TKD: UL-JI TUL). Aus Vollständigkeitsgründen soll hier auch der kleine Staat Kaya (42-562 n. Chr.) am Unterlauf des Flusses Naktong erwähnt werden. Er lag geografisch zwischen Silla und Paekche und spielte historisch, im Gegensatz zum Kgr. Silla, für das spätere Taekwon Do nur eine untergeordnete Bedeutung.

Das Königreich Silla und die Hwa-Rang-Do

Silla war das kleinste und schwächste Königreich und hatte während diese Zeit, ständig unter den Überfällen des mächtigen Nachbarn zu leiden. Mitte des 7. Jh., es herrschte gerade Chin Heung als 24. König von Silla, beschlossen junge Adelige eine Elitegruppe für Offiziere mit dem Namen Ha Rang-Do zu bilden. Dieser Eliteeinheit ist der 8. Tul HWA-RANG TUL gewidmet. Aus historischen Quellen, wie z.B. dem Wandgemälde in Kak-Je Tomb oder der Statue von Kumkang-Yuksa, lassen sich entnehmen, dass eine Art Fuß- und Handkampf von diesen Kriegern geübt wurde. Viele Techniken ähneln den des im alten Chosonreich praktizierten Taek Kyon und dem bei dem Volk von Silla beliebten aus einfachen Fußtechniken bestehende Soo-Bak. Aufgrund dieser Kampftechniken, die von den Hwa Rang-Do Kriegern als Soo Bak-Gi bezeichnet wurden, gelang eine wirksame Verteidigung Sillas.

Ein geschicktes Bündnis mit dem chinesischen Tangreich ermöglichte es Silla unter Einsatz der Hwa Rang-Do im Jahre 660 n. Chr. zuerst Koguryo und anschließend unter dem kommandierenden General Kim Yoo Sin (17. Tul im TKD: YOO-SIN TUL) im Jahre 668 n. Chr. Paekche seinem Staatsgebiet einzuverleiben. Selbst der bedeutende Paekchegeneral Ge-Baek Tul, konnte die Okkupation seines Landes nicht verhindern (13. Tul im TKD: GE-BAEK TUL).

Unter dem 30. König in Silla Moon-Moo, ihm ist der 21. Tul gewidmet: MOON-MO TUL, kam es zu einer Blütezeit der Kampfkünste. Ab dem Jahre 686 n. Chr.wurde in Silla zunehmend vor allem durch den Mönch Won-Hyo der Buddhismus etabliert (4. Tul im TKD: WON-HYO TUL).

Der Niedergang Sillas

Nach dem Niedergang Sillas und der Aufteilung dessen Territoriums auf vier Dynastien um 900 n. Chr. gelang es dem Aristrokaten Wanggun im Jahre 935 das Reich erneut zu vereinigen. Dieser als Kgr. Koryo bezeichnete Staat existierte bis 1392, von ihm wurde die heutige Bezeichnung Korea abgeleitet. Der letzte Oberbefehlshaber und Premierminister der Koryo-Dynastie, General Choi-Yong, war wegen seiner Loyalität, seinem Patriotismus und seiner Bescheidenheit hochangesehen (18. Tul im TKD: CHOI-YONG TUL). Aufgrund machtpolitischer Interessen wurde er unter Mitbeteiligung des ihm untergebenen Generals Yi Song Ge hingerichtet. Yi-Dynastie - Jahrhunderte der kulturellen Blüte

Dieser Yi Song Ge setzte 1392 den schwachen König Kong Yang ab und bestieg selbst als König Yi Taejo den Thron der nach ihm benannten Yi-Dynastie. Er errichtete das bis 1910 bestehende neue Chosonreich. Regiert wurde in Hangyang, dem heutigen Seoul. In diesem Jahrhunderten erlebte das Reich eine Zeit höchster kultureller Blüte und wirtschaftlicher Entfaltung. Auch das Wirken der bekannten Gelehrten Yi Hwang (16. Jh. n. Chr.), Schriftstellername Toi-Gye, der eine Autorität auf dem Gebiet des Neu-Konfuzianismus war und Yi I (1536-1584), Pseudonym: Yul-Gok, der den Beinamen "koreanischer Konfuzius" trug, fiel in dieser Epoche.

An sie wir im Taekwon Do durch den 5. Tul, YUL-GOK TUL, und den 7. Tul TOI-GYE TUL, erinnert. Ein weiteres Beispiel für die Kreativität der Menschen dieser Zeit war der berühmte Admiral Choong-Moo, der im Jahre 1592 ein
kleines gepanzertes Schiff erfand, welches sehr tief im Wasser lag und somit von den gegenerischen Schiffern erst sehr spät entdeckt werden konnte. Es gilt heute im asiatischen Raum als Vorläufer des Unterseebootes, wobei häufig nicht erwähnt wird, dassdas eigentlich erste funktionstüchtige Unterseeboot, die "Turtle" des Amerikanischen Bushnell, erst 183 Jahre später abtauchte und vor allem auch wieder auftauchte. Im 9. Tul, dem CHOONG-MOO TUL, wird der koreanische Admiral geehrt. Dieser Tul stellt im Taekwon Do die Schwelle vom Schülergrad zum Meistergrad dar.

Noch heute ist in Korea der Physiker und Philosoph Chong Mong-Chu (14 Jh.), dessen Pseudonym Po-Eun war, durch ein patriotisches Gedicht: "Ich würde keinem anderen Herren dienen, selbst wenn ich hundert mal gekreuzigt würde" den Koreanern bekannt (11. Tul im TKD: PO-EUN TUL). Weitere herausragende Persönlichkeiten waren der General Kim Duk Ryang (14. Tul im TKD: CHOONG-JANG TUL), der Mönch Choi Hyung Ung (22. Tul im TKD: SO-SAN TUL) und einer der größten koreanischen Könige schlechthin Se-Jong, der im Jhare 1443 das koreanische Alphabet erfand (23. Tul im TKD: SE-JONG TUL). Er zeichnet sich weniger durch martialische Aktionen als durch sein außergewöhnlichen Intellekt aus und hat sich dadurch in der Geschichte zurecht ein Denkmal gesetzt. Kampfkünste im Zeichen der Aufklärung. Wie in Europa setzten sich auch im Chosonreich nach und nach die Gedanken der Aufklärung durch und so wurde militärische Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Interessen zunehmend in Frage gestellt.
Der Effekt war, dass die Weitergabe und -entwicklung der kriegerischen Künste stagnierte, insgesamt deutlich an Bedeutung verlor und deshalb zum Teil nur noch auf Familienebene erfolgte. Zum Ende der Yi-Dynastie (1910) war die Kunst des Taek Kyon so wie vergessen.

Korea unter japanischer Vorherrschaft

In der Zeit des Imperialismus am Anfang des 20. Jh. wurde Choson aufgrund japanischer Hegemoniebestrebungen dem Kaiserreich Japan einverleibt. Der erste japanische General-resident in Choson, Fürst Hiro-Bumi Ito, wurde durch den Freiheitskämpfer An Joo-Gun 1909 ermordet. Nach ihm ist im Taekwon Do der 6. Tul, JOON-GUN TUL, benannt. Ahn Ch'ang-Ho (1876-1938), sein Pseudonym war Do-San, setzte sich im Besonderen für die Unabhängigkeitsbewegung und Bildungsförderung in Korea ein (3. Tul im TKD: DO-SAN TUL). Der 14. Tul, EUI-AM TUL, ist dem Patrioten Son Byong Hi gewidmet, der am 1. März 1919 die Unabhängigkeitsbewegung leitete. Choi Hong Hi und die Kampfkunst Taek Kyon. Während der japanischen Besetzung Koreas (1909-1945) war die Ausübung von jeglicher Kampfkunst verboten. So wurde Taek Kyon nur heimlich an eine kleine Anzahl von Schülern weitergegeben. Einer dieser Schüler war Choi Hong Hi, der spätere Begründer des Taekwon Do. Er wurde von seinem Vater im Alter von 12 Jahren zu einem berühmten Lehrer der Kalligraphie gesandt. Dieser Lehrer, Han II Dong, war ein Meister des Taek Kyon, der sich nach Aussage von Choi um den zerbrechlich scheinenden Choi Hong Hi sorgte und ihm zur Selbstverteidigung die Kunst des Taek Kyon lehrte.

Die 24 Tuls und ihre Bedeutung

Eine Tul (oder Hyong) ist wie ein Kamp gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner. Die Tuls sind aus verschiedenen Grundschultechniken (Angriffs- und Abwehrtechniken) kombiniert und nach einem Diagrammschema festgelegt.

Man muß beim Tul-Lauf folgende Punkte beachten:

 

Wenn man auf so viele Punkte achten muß, dann kann man schon sagen, dass man sich nicht nur gegen einen imaginären Gegner, sondern gegen sich selbst kämpft. Außerdem kann man beim Tul-Laufen die verbotenen Techniken, die beim normalen Wettkampf nicht erlaubt sind, wie Fußfeger, Finger, Knie- und Ellebogenstoß ... noch üben.

Da das Leben eines Menschen im Vergleich zur Ewigkeit so kurz wie ein Tag ist, und ein Tag aus 24 Stunden besteht,
symbolisieren die 24 Tuls die 24 Stunden eines Tages. Jede Tul ist ein Teil unseres ganzen Lebens.

Die Tuls sind beim Taekwon Do Training die Hauptübungen und für Graduierungsprüfungen sehr wichtig.

24 Tuls

Chon-Ji - 19 Bewegungen bedeutet wörtlich "Himmel und Erde". Es wird im Orient als Symbol für die Erschaffung der Welt, den Beginn der Geschichte der Menschen verstanden, aus diesem Grund ist dies erste Übungsfigur die ein Anfänger ausführt. Die Übungsfigur besteht aus zwei ähnlichen Teilen, von denen der eine für Himmel und der andere für Erde steht.

Dan-Gun - 21 Bewegungen wurde nach dem heiligen Dan-Gun benannt, der Legende zufolge hat er im Jahre 2333 v. Chr. Korea gegründet.

Do-San - 24 Bewegungen ist das Pseudonym des Patrioten Ahn Ch'ang-Ho (1876-1938), der sein ganzes Leben der Bildungsförderung in Korea und seiner Unabhängigkeitsbewegung weihte.

Won-Hyo - 28 Bewegungen war der Nam des bekannten Mönches, der in der Silla-Dynastie im Jahre 686 n. Chr. den Buddhismus nach Korea brachte.

Yul-Gok - 38 Bewegungen ist das Pseudonym des großen Philosophen und Gelehrten Yi I (1536-1584),der auch "Konfuizius von Korea" genannt wurde. Die 38 Bewegungen dieser Tul beziehen sich auf seinen Geburtsort auf dem 38. Breitengrad und das Symbol der Tul steht für einen Gelehrten.

Joong-Gun - 32 Bewegungen ist nach dem Gelehrten An Joong-Gun benannt, der sich zeit seines Lebens für die Befreiung Koreas einsetzte. Die 32 Bewegungen entsprechen seinem Alter als er 1910 im Gefängnis von Yo-San hingerichtet wurde.

Toi-Gye - 37 Bewegungen war das Pseudonym des Gelehrten Li Hwang (16. Jh.). Die 37 Bewegungen der Tul deuten auf die geografische Lage seines Geburtsortes, das Symbol der Tul steht für Gelehrter.

Hwa-Rang - 29 Bewegungen wurde die Jugendgruppe genannt, die während der Schinra-Dynastie (vor 1350) eine große Rolle bei der Vereinigung des dreigeteilten Koreas spielte.

Choong-Moo - 30 Bewegungen war das Pseudonym von General Yi Sun, der 1852 das schildkrötenförmige Schiff erfand (ähnlich dem heutigen U-Boot). Diese Tul endet mit dem Angriff der linken Faust. Dies bedeutet, dass der General im Krieg gefallen ist, ohne seine Fähigkeiten im Sinne der Regierunstreue eingesetzt zu haben.

Gwang-Gae - 39 Bewegungen ist benannt nach dem berühmten Gwang-Gae-T'o-Wang, dem im 19. König der Koguryo-Dynastie, der die koreanische Kolonien bis in die Mandschurei ausweitete. Die Bewegungsschritte besagen, dass er alle verlorenen Kolonien zurückerobern konnte. Die 39 Bewegungen stehen für die Dauer seiner Herrschaft von 39 Jahren.

Po-Eun - 36 Bewegungen Dieser Name ist das Pseudonym für Chong-Mong-Chuein, einem königstreuen Mann und bedeutendem Physiker (um 1400). Sein Gedicht "Wenn ich tausendmal sterbe, an meiner Ergebenheit zum König wird sich nicht ändern", ist auch heute noch bekannt.

Kae-Baek - 44 Bewegungen ist benannt nach einem General der Packshao-Dynastie (um 660). Die Bewegungsschritte stehen für strenge militärische Disziplin.

Eu-Am - 45 Bewegungen ist das Pseudonym von Song-Boyong-Hi, der am 01. März 1919 die koreanische Unabhängigkeitsbewegung führte. Die 45 Bewegungen beziehen sich auf sein Alter, als er 1905 den Namen Dong Hak (fernöstliche Kultur) in Chondo Kyo (Religion des himmlischen Weges) änderte. Das Symbol der Tul steht für seinen unbezwingbaren Geist.

Choon-Jang - 52 Bewegungen war das Pseudonym des Generals Kim Duk Ryang, der im 15. Jh. während der Yi-Dynastie im Imzien-Krieg auf dem Mudung Berg einen großen Sieg errang. Dieser Tul endet mit dem Angriff der linken Faust, dies symbolisiert seinen tragischen Tod als er im Alter von 27 Jahren im Gefängnis starb. Sein Kriegsgedicht: "Es brennt auf den Frühlingsbergen, ungeblühte Blumen sind angezündet", ist heute noch bekannt.

Juche - 45 Bewegungen ist ein philosophischer Grundgedanke, welcher besagt, dass der Mensch der Meister aller Dinge ist und alles entscheidet. Mit anderen Worten: Der Mensch ist der Herr der Welt und er bestimmt sein eigenes Schicksal. Dieser Gedanke hat seine Wurzelnim Baekdu-Gebirge, welches den Geist des koreanischen Volkes symbolisiert. Das Diagramm stellt das Baekdu-Gebirge dar.

Sam-Il - 33 Bewegungen weist auf den 01. März 1919 hin, den Tag des Volksaufstandes für die Unabhängigkeit Koreas. Die 33 Bewegungen errinnern an die Patrioten die die Unabhängigkeitsbewegung organisierten.

Yoo-Sin - 68 Bewegungen ist benannt nach dem General Kim Yoo-Sin, der im Jahre 668 während der Silla-Dynastie das dreiteilige Korea vereinte. Die 68 Bewegungen der Tul beziehen sich auf die beiden letzten Ziffern von 668 (n. Chr.), das Jahr der Vereinigung Koreas.

Choi-Yong - 45 Bewegungen ist benannt nach dem General und Kanzler Choi Yong (14. Jh.). Er war wegen seiner Loyalität, seinem Patriotismus und seiner Bescheidenheit hoch angesehen.

Yon-Ge - 49 Bewegungen ist nach General Yon Go Su-Mun benannt während der Kokuryo-Dynastie. Die 49 Bewegungen der Tul beziehen sich auf die beiden letzten Ziffern von 649 n. Chr., dem Jahr, in dem er die Dan-Dynastie zum verlassen Koreas zwang, nachdem er bei Ansi-Sun 300.000 chinesische Soldaten vernichtet hatte.

Ul-Ji - 42 Bewegungen trägt den Namen des berühmten Generals Ul-Ji Mun-Duk, dem es gelang Korea gegen eine chinesische Invasionsarmee, die 1 Million Soldaten umfasste, zu verteidigen. Dies geschah im Jahre 616 n. Chr. Das Symbol steht für seinen Nachnamen. Die 42 Bewegungen stehen für das Alter in dem der Urheber diese Tul entwarf.

Moon-Moo - 61 Bewegungen ehrt den König der Silla-Dynastie. Sein Leib wurde nahe Dao-Wang (Felsen des Königs) bestattet. Seinem Willen gemäß wurde sein Leib im Meer beigesetzt, "wo meine Seele auf immer mein Land gegen die Japaner verteidigen soll". Angeblich wurde Sok-Gal-Am (eine Steinhöhle) für ihn als Grabmal erbaut. Man sagt, dass die Sok-Gal-Am ein gutes Beispiel für die Kultur der Silla-Dynastie ist. Die 61 Bewegungen weisen auf das Jahr hin als Moon-Moo 661 n. Chr. den Thron bestieg.

So-San - 72 Bewegungen ist das Pseudonym des Mönchs Choi-Hyung-Ung, der von 1520-1604 während der Yi-Dynastie lebte. Die 72 Bewegungen beziehen sich auf sein Alter, als er mit Hilfe seines Schülers Samung-Dang ein Korpsvon Mönchssoldaten organisierte. Die Mönchssoldaten halfen mit, die japanischen Piraten zurückzuschlagen, die 1592 den größten Teil der koreanischen Halbinsel überrannten.

Se-Jong - 24 Bewegungen ist nach dem größten koreanischen König Se-Jong benannt, der 1443 das koreanische Alphabet erfand und auch ein anerkannter Meteorologe war.Das Diagramm stellt den König dar, während die 24 Bewegungen für 24 Buchstaben des koreanischen Alphabets stehen.

Tong-Il - 56 Bewegungen steht für die Entschlossenheit, das seit 1945 geteilte Korea wieder zu vereinigen. Das Symbol steht für die
gleichartige Rasse des gesamten koreanischen Volkes.

General Choi Hong-Hi

Choi Hong Hi entwickelt das Taekwon Do. Die japanische Niederlage im zweiten Weltkrieg beendete die japanische Herrschaft über Korea, dessen staatliche Souverintät in den Konferenzen von Kairo (1943), Jalta (1945) sowie im Potsdamer Abkommen (1945) garantiert wurde. Choi Hong Hi wurde nach der Befreiung Koreas im Januar 1946 als Leutnant in die neugegründete koreanische Armee aufgenommen in der man ihn nach einer steilen Karriere 1953 zum Generalmajor beförderte.

In dem Zeitraum von 1945 bis 1955 entwickelte Choi Taek Kyon weiter, verwarf unwirksame Techniken und verschmolz eigene und gute Taek Kyon Techniken mit effektiven Karatetechniken zu dem heutigen Taekwon Do System.

An allen Orten bildete er die führenden Trainer des gesamten militärischen Bereiches in der neuen Kampfkunst aus, so trainierte er zum Beispiel mit der 29. Infanteriedivision, die später eine Rolle bei der Verbreitung des Taekwon Do spielte. Am 11.04.1955 entschied sich ein hochkarätig besetzer Namensgebungsausschuß nach Zustimmung des koreanischen Präsidenten für den neuen Namen der kriegerischen Kunst:
Taekwon Do. Seit dem Jahre 1959 ist zunehmend außerhalb Koreas die Sportart Taekwon Do bekannt geworden. Überall entstanden Taekwon Do Schulen und Vereine, so wurde z.B. auch in der größten und bedeutendsten Militärakademie der westlichen Welt, Westpoint/USA, den Offizieren Taekwon Do gelehrt.

General a. D. Choi Hong Hi (09.11.1918 - 15.06.2002)


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